KlimaRatSchule

Das Projekt KlimaRatSchule hat zum Ziel, demokratiebasiert die Klimafreundlichkeit der Schule zu analysiieren, Verbesserungsmöglichkeiten aufzuzeigen und eine Roadmap für die nachhaltige Weiterentwicklung der Schule zu gestalten.

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Ansprechperson: Herr de Boer

Schule am Kanstein KGS Salzhemmendorf, 31020 Salzhemmendorf

Was haben wir mit unserem Projekt bislang erreicht? 

Wir haben für jeden der über 100 Räume der Schule eine Excel-Karteikarte angelegt, in der der Zustand, der Name und die Bauart der Fenster, der Beleuchtung und aller technischen Geräte notiert ist, außerdem notierten wir, ob es Heizungsnischen gibt und ob sie gedämmt sind. In mehreren Klassenräumen und in Fluren wurden Leuchtstoffröhren durch LED-Beleuchtung ersetzt, im Lehrerzimmer wurden die Heizkörper erneuert und die Heizungsnischen gedämmt. Der Bau einer PV-Anlage mit 99 kWp auf dem Schuldach, der Dank unseres Engagements im Jahr 2022 ausgeschrieben wurde, konnte letztes Jahr vollendet werden. 15 alte Fenster wurden ausgetauscht. Außerdem wurden über 400.000 Euro für die Sanierung der Nebenräume und Umkleiden der Turnhalle, die eine wirklich schlechte Energiebilanz haben, in den Haushaltsplan der Stadt aufgenommen. Aber leider konnte der Umbau wegen nicht bewilligter zusätzlich eingeplanter Fördermittel 2023 noch nicht gestartet werden. Einer der Klimamanager hat uns die Erfolge zur Energieersparnis der letzten vier Jahre zugesendet: wir haben in Zusammenarbeit mit dem Gebäudemanagement insgesamt deutlich weniger Energie verbraucht – obwohl ein neuer Schultrakt mit elf zusätzlichen Räumen gebaut wurde und mehr Stromverbraucher (Beleuchtung, 24 PCs, sechs Beamer, zwei Server und 19 Luftentkeimer) zusätzlich eingebaut oder aufgestellt wurden. Folglich stieg zunächst der Stromverbrauch von 149.857kWh (2019) zunächst auf 159.442 kWh (2022). Aber für Wärme und Warmwasser wurde im selben Zeitraum kontinuierlich weniger Energie benötigt: statt 813.811 kWh 2019 (wir haben extra das letzte Vor-Coronajahr gewählt) haben wir 2022 nur 644.267 kWh verbraucht – trotz der zusätzlichen Corona-Lüftungsvorgaben. Das JAG wurde wegen der Aktivitäten des Klimarats und des Klimaparlaments in den beiden letzten Jahren als „Klimaneutrale Schule“ zertifiziert und 2023 als Energiesparmeister ausgezeichnet. Wir haben bislang mehr als 11.000 Euro für ein Bildungs- und Klimaschutzprojekt in Kenia ausgegeben, das auch als Kompensationsmaßnahme anerkannt wurde. Mit dem Geld wurden u.a. holzsparende Öfen zum Kochen in Schulküchen finanziert. Wir haben aber noch mehr als 3.000 Euro auf der hohen Kante – diese Gelder wollen wir aber vor Ort investieren.

Was waren unsere Herausforderungen bei dem Projekt? 

Es war nicht schwierig, motivierte Schüler*innen zu finden, die sich im Klimaparlament, im Klimarat und der Schülergenossenschaft engagieren wollen. Aber klimaschädliche Gewohnheiten in der gesamten Schulgemeinschaft zu ändern, kann ein sehr hartes Geschäft sein und gelingt nicht immer dauerhaft, wie wir z.B. bei unserer Initiative zur besseren Mülltrennung erfahren mussten, wo anders als bei Kleidertauschbörsen oder Veggie-Days alle Beteiligten an einem Strang ziehen müssen, um Erfolgserlebnisse zu erzielen. Die aktuell größte Problem für den Erhalt unserer finanziellen Basis ist die Einführung der Umsatzsteuerpflicht für Schülerfirmen. 

Wie sieht die Zukunft unseres Projekts aus? 

Wir wollen noch weitere Dachflächen mit PV-Anlagen bestücken lassen und Ladeboxen für E-Autos und EBikes installieren lassen. Außerdem versuchen wir die dokumentierten Mängel nach und nach abzuarbeiten und das Gebäudemanagement davon zu überzeugen, dass die alten Fenster ausgetauscht werden müssen und die Übergabestelle der Fernwärme besser gedämmt wird. Wir stellen außerdem eine Liste auf, wo die alte Beleuchtung ausgetauscht werden sollte. Darüber hinaus suchen wir nach passenden Fördermitteln. Nächstes Jahr planen einen weiteren Spendenlauf für ein Klimaschutzprojekt und wollen die Schülergenossenschaft ausbauen, denn wir haben weitere gute Ideen entwickelt, wie wir Geld für den Klimaschutz verdienen könnten (Bau von Ersatzteilen für Physikbaukästen mit einem 3D-Drucker, Vermietung von Partyzelten und – equipment), wenn die aktuellen steuerrechtlichen Probleme gelöst werden. Darüber hinaus arbeiten wir den Bericht vom Energierundgang durch, den ein Energieberater vor drei Jahren erstellt hatte. Wir prüfen gerade vor allem, ob die vorgeschlagene Hohlraumdämmung einiger Außenwände technisch und finanziell umsetzbar ist und Unterstützung beim Schulträger findet. Wir wollen „Klimaneutrale Schule“ bleiben. Unsere schulinternen Vorläufer (Unesco-AG, Garten-und UmweltAG) haben schon einige Projekte umgesetzt, zum Beispiel die Versteigerung von Otto (Waalkes)-Drucken (20.000 Euro). Mit dem Geld wurde z.B. die Umstellung eines Schultrakts auf LED-Beleuchtung mitfinanziert. Wir engagieren uns z.B. dafür, dass weniger Müll entsteht, die Schulgemeinschaft klimabewusster isst und mit dem Rad zur Schule kommt. Wir werden weiterhin beim „Stadtradeln“ mitwirken, Kleidertauschbörsen durchführen und bauen zurzeit einen Fahrradverleih mit Rad-Reparatur-Station auf – die Fahrradgarage, Werkzeug und zwei Räder haben wir schon. Wir wollen die überschüssige Sonnenenergie im Sommerhalbjahr noch stärker nutzen, z.B. durch eine E-Bike-Ladestation und arbeiten an einer „Klimaampel“ für die Produkte unserer Schulmensa. Solange der Rückhalt in der Schulgemeinschaft hoch bleibt und sich genügend Mitarbeitende in unseren Gremien finden, werden wir am Konzept und den Wahlen zum Klimaparlament und Klimarat festhalten. 

Warum machen wir uns für den Klimaschutz stark?

„Das Thema Klima ist wichtig, weil wir nur dieses eine Erde haben. Und man muss sagen: Es ist fünf vor zwölf. Wir müssen jetzt etwas unternehmen und nicht irgendwann!“ (Raúl aus der 6e). Das Zitat steht stellvertretend für die Meinung vieler in unserem Klimaparlament. Wenn wir zur Ideen-Expo eingeladen werden, dann erfahren mehr Jugendliche davon, wie wir unsere Zukunft selbst in die Hand nehmen. Und das können sie auch sehr gerne nachmachen!

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Endlich haben wir als Schüler mal die Möglichkeit, etwas Wichtiges zum Klimaschutz beizutragen und unsere Schule zu verbessern.“ – Schülerin Abeeygail (13)

Es macht richtig Spaß mit anderen zusammen die Welt zu verbessern.“ – Schüler Jazz (15)

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Themenschwerpunkt